Wie jeder andere Tag fängt auch dieser mit dem Aufstehen an. Heute aber etwas früher... so 6 Uhr. Unsere Fähre verlässt nämlich um 8:50 Uhr die Insel Gotland und wir steuern auf...
...Nynäshamn zu. Vor dem Hafen finden sich wie überall kleine Inseln.
Und wenn man ganz genau hinsieht, dann findet man auf vielen auch kleine rote Häuser. Wie untypisch... ^^
Da Nynäshamn circa 50 km südlich von Stockholm liegt, fahren wir erst einmal eine Stunde weiter in den Norden um dann auf dem Ängby Campingplatz anzukommen.
Dort angekommen gibt es erst mal ein Eis... hier ist es nämlich irgendwie noch wärmer als bisher. Und weil wir in Schweden sind, entscheide ich mich für die schwedische Ben&Jerry's Variante 'Cinnamon Buns' (Ikea Zimtschnecke).
Die 500 m entfernt gelegene Tunnelbanan-Station (U-Bahn) bringt uns innerhalb von 20 Minuten und 13 Stationen mitten in die Altstadt. Wenn man aber den Aufzug verwenden will mit seiner Mülltonne, dann muss man hier etwas vorsichtiger sein als sonst...
In der Stadt angekommen spazieren wir ziemlich direkt zur Bootshaltestelle, da wir die Royal Bootstour machen wollen, damit sich unsere gerade erstandene Stockholm Card auch lohnt (765 sk für 48 h Bus, Bahn und viele Museen und Touren).
Aber ohne einen Snack läuft nix. Dieser ist diesmal wirklich schwedisch. Fladen mit Kartoffelbrei auf einem Eislöffel mit Gurkengehächseltes mit Hotdog, Ketchup und Senf.
Aber jetzt aufs Boot. Wir fahren um die Inseln Djurgarden, Beckholmen, Kastelholmen und Skeppsholmen herum und können uns so schon einmal einen kleinen Überblick verschaffen.
Teile des Skansen Museums kann man von dort zum Beispiel sehen.
Die vorgesprochene Tour ist sehr informativ und in jeder Sprache verfügbar...
...und ich versuch gerade auch mal Chinesisch zu verstehen.
Häuser der Haute Couture, sonstiger anderer reicher Menschen, Schulen, Leuchtturm, Museen, Freizeitpark, Stockholm-Wohnbezirke, ...
...und auch ein ehemaliges Segel-Lehrschiff, was nun als Jugendherberge dient sind hierbei zu entdecken.
Zum zweiten mal heute wieder festen Boden unter den Füßen spazieren wir zum Königspalast auf der Altstadtinsel Gamla Stan.
Auch hier gibts Wachsoldaten......Wachsoldatinnen (die einem zeigen bis zu welcher Linie man gehen darf)...
...und noch mehr Wachsoldaten, neben diesen man sich photographieren lassen kann.
Auch eine alte Reichstelefonzelle findet der Linus.
Ein weiterer Stopp führt mich nun alleine durchs Alfred Nobel Museum, welches sehr zu empfehlen ist. Eine kurze Führung und die multimediale Darstellung mit alten Filmaufnahmen bringen einem die Idee des Nobelpreises nahe. Interessant war auch, dass jeder seiner 2 Brüder und auch seine Mutter, die gleiche Idee hatten... so mit Erbe an Stiftung und Preis. Nur seine war international und hatte wohl gerade noch gefehlt und deswegen ist das nun der bekannteste Preis für Naturwissenschaften, Medizin und Frieden. Der Wirtschaftspreis hat sich ja erst in den Sechzigerjahren drangehängt.
Auch sympathisch war die Vorstellung von Alfred Nobel als Vagabund und multinationaler Kosmopolit, Firmenführer und Hobbywissenschaftler mit großem Erfolg. Und die Vorstellung, dass er aus schlechtem Gewissen den Preis ins Leben rief, wurde auch aus dem Weg geräumt. Er hatte keine Erben und auch kein schlechtes Gewissen, denn wer seine Erfindungen richtig anwendete (meistens Sprengstoffe) wurde auch nicht verletzt und verletzte keinen anderen.
Zwei Stunden ist aber auch mein Maximum für ein Museum und deswegen muss nach dieser herzhaften Hauptspeise ein süßes Dessert folgen. In den Straße südlich des Palastes gelegen, im Herzen der Altstadtinsel finden sich wieder viele Fressgassen mit mediterranem Ambiente und schwedische Süßigkeitenläden und Konfiserien. Ich genehmige mir einen weißen Mohrenkopf der anstatt der lahmen Waffel einen Marzipanboden hat... ^^
Einmal um Gamla Stan außen herum gedrückt finden sich schöne Uferpromenaden mit märchenhaften Ausblicken.
Und wieder neben dem Royal Palace über den Fluss trifft man auf das Reichstagsgebäude, welches mit der Reichsbank seit ein paar Jahrzehnten verwachsen ist. Passt ja irgendwie. Fischerboote und Angler findet man hier auch... denn man kann dank des nicht hirnlosen und nicht nur eigennützigen Verhaltens von Industrie und Stadt die Gesundheit der umliegenden Gewässer an dem Fischreichtum erkennen. Man kann mitten in Stockholm sogar Lachs fangen.
Da es hier nicht nur schön bebaut sondern auch grün ist im Kungsträdgarden, kann man mitten in der Stadt auch im Grünen sein. Und das ist nicht die einzige Stelle, wo es sogar Hasen gibt... und da haut es nicht nur einen selbst um.
Und der steinerne Steinbock von Visby ist hier ein Löwe...
Noch kurz am Konserthuset vorbei wo der Nobelpreis in 4 von 5 Kategorien verliehen wird, schlender ich noch ein wenig durch das modernere Stockholm, welches der Altstadt bei weitem nicht das Wasser reichen kann, aber dennoch schöner, gepflegter und aufgeräumter daherkommt wie 70 % aller anderen europäischen Städte...
Und nach dem letzten kleinen Imbiss bin auch ich wieder reif fürs Bett... plane aber trotzdem noch die morgentliche Besichtigungstour und schreib noch kurz was ins Internet... aber naja. Für heute bzw. gestern wäre das ja nun auch erledigt.^^