Montag, 29. Juni 2015

2015-06-29 Montag

Wie jeder andere Tag fängt auch dieser mit dem Aufstehen an. Heute aber etwas früher... so 6 Uhr. Unsere Fähre verlässt nämlich um 8:50 Uhr die Insel Gotland und wir steuern auf...

...Nynäshamn zu. Vor dem Hafen finden sich wie überall kleine Inseln.

Und wenn man ganz genau hinsieht, dann findet man auf vielen auch kleine rote Häuser. Wie untypisch... ^^

Da Nynäshamn circa 50 km südlich von Stockholm liegt, fahren wir erst einmal eine Stunde weiter in den Norden um dann auf dem Ängby Campingplatz anzukommen.

 Dort angekommen gibt es erst mal ein Eis... hier ist es nämlich irgendwie noch wärmer als bisher. Und weil wir in Schweden sind, entscheide ich mich für die schwedische Ben&Jerry's Variante 'Cinnamon Buns' (Ikea Zimtschnecke).


Die 500 m entfernt gelegene Tunnelbanan-Station (U-Bahn) bringt uns innerhalb von 20 Minuten und 13 Stationen mitten in die Altstadt. Wenn man aber den Aufzug verwenden will mit seiner Mülltonne, dann muss man hier etwas vorsichtiger sein als sonst... 

In der Stadt angekommen spazieren wir ziemlich direkt zur Bootshaltestelle, da wir die Royal Bootstour machen wollen, damit sich unsere gerade erstandene Stockholm Card auch lohnt (765 sk für 48 h Bus, Bahn und viele Museen und Touren).


Aber ohne einen Snack läuft nix. Dieser ist diesmal wirklich schwedisch. Fladen mit Kartoffelbrei auf einem Eislöffel mit Gurkengehächseltes mit Hotdog, Ketchup und Senf.  

Aber jetzt aufs Boot. Wir fahren um die Inseln Djurgarden, Beckholmen, Kastelholmen und Skeppsholmen herum und können uns so schon einmal einen kleinen Überblick verschaffen. 

 Teile des Skansen Museums kann man von dort zum Beispiel sehen.


Die vorgesprochene Tour ist sehr informativ und in jeder Sprache verfügbar... 

 ...und ich versuch gerade auch mal Chinesisch zu verstehen.

Häuser der Haute Couture, sonstiger anderer reicher Menschen, Schulen, Leuchtturm, Museen, Freizeitpark, Stockholm-Wohnbezirke, ...

...und auch ein ehemaliges Segel-Lehrschiff, was nun als Jugendherberge dient sind hierbei zu entdecken.
 Zum zweiten mal heute wieder festen Boden unter den Füßen spazieren wir zum Königspalast auf der Altstadtinsel Gamla Stan.
Auch hier gibts Wachsoldaten...

...Wachsoldatinnen (die einem zeigen bis zu welcher Linie man gehen darf)...

 ...und noch mehr Wachsoldaten, neben diesen man sich photographieren lassen kann.

Auch eine alte Reichstelefonzelle findet der Linus.

Ein weiterer Stopp führt mich nun alleine durchs Alfred Nobel Museum, welches sehr zu empfehlen ist. Eine kurze Führung und die multimediale Darstellung mit alten Filmaufnahmen bringen einem die Idee des Nobelpreises nahe. Interessant war auch, dass jeder seiner 2 Brüder und auch seine Mutter, die gleiche Idee hatten... so mit Erbe an Stiftung und Preis. Nur seine war international und hatte wohl gerade noch gefehlt und deswegen ist das nun der bekannteste Preis für Naturwissenschaften, Medizin und Frieden. Der Wirtschaftspreis hat sich ja erst in den Sechzigerjahren drangehängt.
Auch sympathisch war die Vorstellung von Alfred Nobel als Vagabund und multinationaler Kosmopolit, Firmenführer und Hobbywissenschaftler mit großem Erfolg. Und die Vorstellung, dass er aus schlechtem Gewissen den Preis ins Leben rief, wurde auch aus dem Weg geräumt. Er hatte keine Erben und auch kein schlechtes Gewissen, denn wer seine Erfindungen richtig anwendete (meistens Sprengstoffe) wurde auch nicht verletzt und verletzte keinen anderen.




Zwei Stunden ist aber auch mein Maximum für ein Museum und deswegen muss nach dieser herzhaften Hauptspeise ein süßes Dessert folgen. In den Straße südlich des Palastes gelegen, im Herzen der Altstadtinsel finden sich wieder viele Fressgassen mit mediterranem Ambiente und schwedische Süßigkeitenläden und Konfiserien. Ich genehmige mir einen weißen Mohrenkopf der anstatt der lahmen Waffel einen Marzipanboden hat... ^^



Einmal um Gamla Stan außen herum gedrückt finden sich schöne Uferpromenaden mit märchenhaften Ausblicken.


Und wieder neben dem Royal Palace über den Fluss trifft man auf das Reichstagsgebäude, welches mit der Reichsbank seit ein paar Jahrzehnten verwachsen ist. Passt ja irgendwie. Fischerboote und Angler findet man hier auch... denn man kann dank des nicht hirnlosen und nicht nur eigennützigen Verhaltens von Industrie und Stadt die Gesundheit der umliegenden Gewässer an dem Fischreichtum erkennen. Man kann mitten in Stockholm sogar Lachs fangen. 


Da es hier nicht nur schön bebaut sondern auch grün ist im Kungsträdgarden, kann man mitten in der Stadt auch im Grünen sein. Und das ist nicht die einzige Stelle, wo es sogar Hasen gibt... und da haut es nicht nur einen selbst um.



 Und der steinerne Steinbock von Visby ist hier ein Löwe...

Noch kurz am Konserthuset vorbei wo der Nobelpreis in 4 von 5 Kategorien verliehen wird, schlender ich noch ein wenig durch das modernere Stockholm, welches der Altstadt bei weitem nicht das Wasser reichen kann, aber dennoch schöner, gepflegter und aufgeräumter daherkommt wie 70 % aller anderen europäischen Städte...

Und nach dem letzten kleinen Imbiss bin auch ich wieder reif fürs Bett... plane aber trotzdem noch die morgentliche Besichtigungstour und schreib noch kurz was ins Internet... aber naja. Für heute bzw. gestern wäre das ja nun auch erledigt.^^

2015-06-28 Sonntag

Juhu… erster Tag mit 28. Und heute fühle ich mich vergleichsweise jung im Gegensatz zu anderen Morgen nach meinen letzten paar Geburtstagen. Das mag zwar andere Gründe haben als die 28, aber naja. Vielleicht liegt es auch an der guten Luft auf Gotland und dem konservierenden ‚rokt fisk‘ von gestern Abend.
Heute Nacht ist mir aufgefallen, dass es unbewölkterweise um 23 Uhr etwas dunkel wird ohne Sonne, aber bei weitem nicht so, dass man nichts mehr sieht. Eher so Abendrot auf der einen und Morgenrot auf der anderen Seite, meinte Franziska. Und ab 2 Uhr wird es schon wieder heller. Also richtig Nacht wird es hier schon nicht mehr. Und wir werden nochmal circa 150 km mehr in den Norden reisen, wenn es nach Stockholm geht.
Heute geht es aber noch etwas durch den Norden der Perle der Ostsee. Und der erste Stopp nach Lickershamn war bei Hangers kalla. Das ist ein Stein in einem kleinen Biotop mit etwas Teich und Bach nebendran und mehr konnten wir nicht herausfinden… weil schwedische Ortsbeschreibung. Und nur schwedisch.

Deswegen gings gleich weiter zu einer nicht in unseren und den Touristenkarten verzeichneten Kirchenruine mitten im Wald. Diese war bebankt und ich habe es mir nicht nehmen lassen einmal an der outgesouceten Glocke zu läuten.





Die nächste -diesmal ganze- Kirche, welche wir auf unserem Weg passieren ist die Kyrka in Läbro. In dieser sehr großen mittelalterlichen Kirche, ist im Kirchenschiff kurz vor dem Altar ein Segelschiff aufgehängt. Auch ein interessanter Kirchenschmuck.


Und auf unserer privaten Hop-on Hop-off Tour geht es als nächstes zur Rute Kyrka. Auch diese, wie auch alle anderen Kirchen hier ist nach demselben mittelalterlichen Stile erbaut, alle hatten aber dennoch unterschiedliche Baumeister. Um die Kirchen herum ist jedes Mal der Friedhof als Wiese mit Grabsteinen und vielen Gänseblümchen angelegt.



Der nächste Stopp ist Bunge. Auch mit einer Kirche. Das Messner Haus daneben ist aber etwas zerfallen… und auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich auch noch ein großes und altes (von 1917) Freilandmuseum.



Diesem ziehen wir aber den Strand in Farösund vor.

Und den Supermarkt. Hier gibt es extra Gotlandsknäcke und wie auch in jedem anderen Vollsortimenter eine extra Garnelentruhe.


Ausgerüstet mit Erdbeerbier und Joghurt-Tetra-packs sollte es eigentlich zum Fardume slott gehen. Aber… nach einem viel zu engen Feldweg wird man nur mit einem See ohne Slott belohnt. Dabei dachten wir eigentlich, dass Slott Schloss heißt. Aber naja…


Nun an der Ostküste passieren wir kleine rote Fischerhütten und auch einige Fischräuchereien, aber von geräuchertem Fisch haben wir noch genug. Auf dem Weg zum Campingplatz nach Slite kommen wir auch noch an ein paar Kalksteinsäulen vorbei sowie einem ruinierten Turm in einer Felsenwand.


Und auf dem Campingplatz angekommen gibt es endlich die ‚GuteBollen‘ aus dem Supermarkt…

Und da der Fischer, welcher einen auf die Insel mit der Burg bringen würde heute keine Lust und Zeit mehr hat, bleibt uns aber dennoch der Ausblick auf ihre zwei Türme. Welcher natürlich auch nicht zu verachten ist.




Zusammengefasst ist Gotland eine sehenswerte und sehr schöne Insel, welche mit 800 km Küstenlinie 15 m Strand für jeden einzelnen Einwohner zur Verfügung stellt. Und mit 92 Kirchen hat auch fast jeder Insulaner seine eigene mittelalterliche Kirche, wobei jede fast etwas anders aussieht wie die anderen… auf jeden Fall hat aber jeder Inselbewohner mindestens ein Rauka (Kalksteinsäule). Diese scheinen aber weit interessanter für Touristen als für Einheimische, da unser Campingplatzrezeptionist auf die Frage nach der Sehenswürdigkeit des nächstgelegenen Raukas mit ‚Well, it’s a stone.‘ antwortet.


Und so warte ich heute am Strand auf einer Schaukel mit Blick zur Festungsinsel bis die Sonne hinter den Bäumen verschwindet und mir nicht mehr den Rücken wärmt… aber mal so, Schaukeln am Strand, das hat schon was.