Die Familie Riexinger hat sich heute im Sommerland vergnügt… d.h. sie haben
Pippi Langstrumpf life erlebt und natürlich auch die Villa Kunterbunt
besichtigt. Und natürlich vieles mehr.
Meine Wenigkeit hat sich heute auf den Weg nach Visby begeben. Die Stadt,
in der die meisten der Besucher ankommen, da Schiffs- und Flughafen sich hier
befinden, verfügt über einen sehenswerten Altstadtkern. Dieser ist eingegrenzt
von einer mittelalterlichen Stadtmauer, die 3,5 km misst. Innen findet man
vornehmlich anderthalb stockwerkige Häuser, die an ein wunderschönes und toll
hergerichtetes Dorf erinnern, welches sich zum Hafen und zum Meer etwas neigt.
Überall in Visby findet man Ruinen von mittelalterlichen Kirchen, die nicht
wieder hergerichtet wurden, nachdem sie durch Brände und einen Lübecker Angriff
zerstört wurden. Mitten in der blühenden und hergerichteten kleinen Stadt
stehen nun diese verwachsenen Ruinen und versprühen einen allzu vergänglichen
Charme, den ich so eigentlich noch nie in einer Stadt verspürte.
St. Karin:
Wunderschön und fast noch andächtiger wirkt eine Kirche, welche nur noch
durch ihr Steingerüst verblieben ist, wenn sich Natur und grün wieder
zurückholen, was ihnen mal genommen wurde.
Weiter durch die Stadt, welche durch ihre vorteilhafte Position in der
Ostsee im 13. Jhd. als Hansestadt aufblühte, geht es zur einzig noch intakten
mittelalterlichen Kirche Domkyrkan St. Maria. Als ehemalige Kirche deutscher
Kaufleute besticht sie durch ihre beeindruckenden Holzturmspitzen auf jedem der
3 Türme. Auf der einen Seite wird sie zwar gerade renoviert, aber von innen und
von der anderen Seite kann man sie sehr schön betrachten. Innen wurde auch ein
Steinschiff aufgebaut, was hier wohl doch irgendwie Trend ist, in welchem man
hier seine Sorgen und Ängste notiert und beerdigt bzw. fortschickt.
Auf dem Weg durch die Straßen Visbys begegnet man vielen steinernen
Steinböcken, welche das Wappentier der Stadt verkörpern und auch auf den
Flaggen wiederzufinden sind.
Auch stechen überall zwischen den Dächern die
Ruinenspitzen heraus, welche von den anderen mittelalterlichen Kirchen stammen.
St. Clemens:
An den Wänden der Ruinen haben sich über die Jahre Blumen- und Efeunester
gebildet, was auch die Wände begrünt und gerade jetzt mit gelben Stellen
schmückt.
St. Nicolaus:
St. Helge And (Heilig Geist):
Weiter geht’s durch den botanischen Garten, Botaniska trädgarden.
Der im
19. Jhd. Errichtete Garten verfügt über einen gut gefüllten Kräutergarten, in
welchem auch die lilanen Flecken z.B. des Graslandes auf Öland zu finden sind.
Durch den Hinweis eines anderen Touristen gestern, wurde uns bewusst, dass wir
auf wildem Thymian herumlaufen. Dieser sitzt hier aber ganz kultiviert neben
der Schokoladenminze.
Eine schöne Pagode, wohlriechende Rosen, wie in ganz Visby, sowie auch eine
weitere Kirchenruine schmücken den Garten.
An letztgenannter wäre ich beinahe
vorbei gelaufen, da St. Olof wohl die grünste von allen ist.
An einem kleinen Brunnen vorbei…
…geht es über den Yachthafen…
…zum Almedalen.
Hier finde ich auch die Raben mit grauem Mantel wieder, welche Franziska
nach wohl doch Dohlen sind.
Im ‚Konstmuseum‘ schau ich mich derweil auch noch einmal kurz um. Die
aktuelle temporäre Ausstellung befasst sich mit dem Meer und des Menschen
Verhältnis und Beziehung dazu. Neben vielen Videobeiträgen finden sich auch
Photographien und Grafiken. Wie fast zu erwarten, wird das Leben mit, um und im
Wasser als notwendig, ausgleichend und etwas melancholisch dargestellt…
…aber auch die gebastelten Tonbären sind toll. :)
Hunger. Und ich genehmige mir heute mal ein ‚Biff‘ (Beef, Rindfleich)
medium auf Wurzelgemüse und Kartoffelstücken. Das ganze spüle ich mit einem
sehr wohlschmeckenden und auch das Reinheitsgebot einhaltenden Klosteröl
herunter.
Frisch gestärkt höre ich mir in der Mitte von Visby noch eine Hafenkapelle
an und mach mich auf die Suche nach weiteren Ruinen.
Überall wird emsig
gehandwerkelt, Bühnen und Zelte aufgebaut. Überall wo Platz ist, zwischen
Ruinen und in Parks. Der Schwede aus Göteborg neben mir meinte gerade, dass
diese aber nicht der Turniervorbereitung dienen, sondern für die Politikwoche
ab Sonntag bestimmt sind. An jener soll jede Partei vertreten sein und Reden
halten und so weiter.
Interessanter fand ich fast, dass es hier eine neue Form der Arbeitshose zu
geben scheint. Manche Handwerker haben eine Art Arbeitskilt an.
Und gleich nebenan stehen auch noch St. Per und St. Hans.
Weiter durch die Altstadt komm ich an schönen Mauerstücken, Türmen und
Toren vorbei und immer wieder scheint idyllisch zwischen den Häusern das Meer
durch.
Am Hafen wurde aus dem ehemaligen Gefängnis kurzerhand eine Jugendherberge
gemacht.
Weiter entlang der Stadtmauer verirre ich mich noch kurz in das schließende
Kriminalmuseum, welches mich die letzten 10 Minuten aber nichts mehr kostet.
Nach einer kurzen Kaffeepause wandere ich auf dem Grünstreifen außen um die
Stadtmauer und begegne dabei einigen Kaninchen.
Am nördlichsten Eck der
Stadtmauer ist ein Turm ausgebaut, welchen man besteigen kann. Dies natürlich
nur zum ‚egen risk‘.
Nochmal kurz am Aussichtspunkt oberhalb der Domkyrkan über die Stadt
geblickt und es geht wieder zurück zum Campingplatz.
Nach dem gemeinsamen Abendessen geht es noch auf den Piratenminigolfplatz…
Linus gewinnt. Und ich habe wohl genauso viel Glück wie beim Kniffeln.
Und so schreib ich noch kurz zusammen, was die letzten zwei Tage passiert
war und freu mich schon auf morgen, wenn wir vielleicht meinen Geburtstag mal
in einer Tropfsteinhöhle verbringen…
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