Freitag, 26. Juni 2015

2015-06-26 Freitag

Die Familie Riexinger hat sich heute im Sommerland vergnügt… d.h. sie haben Pippi Langstrumpf life erlebt und natürlich auch die Villa Kunterbunt besichtigt. Und natürlich vieles mehr.

Meine Wenigkeit hat sich heute auf den Weg nach Visby begeben. Die Stadt, in der die meisten der Besucher ankommen, da Schiffs- und Flughafen sich hier befinden, verfügt über einen sehenswerten Altstadtkern. Dieser ist eingegrenzt von einer mittelalterlichen Stadtmauer, die 3,5 km misst. Innen findet man vornehmlich anderthalb stockwerkige Häuser, die an ein wunderschönes und toll hergerichtetes Dorf erinnern, welches sich zum Hafen und zum Meer etwas neigt. Überall in Visby findet man Ruinen von mittelalterlichen Kirchen, die nicht wieder hergerichtet wurden, nachdem sie durch Brände und einen Lübecker Angriff zerstört wurden. Mitten in der blühenden und hergerichteten kleinen Stadt stehen nun diese verwachsenen Ruinen und versprühen einen allzu vergänglichen Charme, den ich so eigentlich noch nie in einer Stadt verspürte.
St. Karin:


Wunderschön und fast noch andächtiger wirkt eine Kirche, welche nur noch durch ihr Steingerüst verblieben ist, wenn sich Natur und grün wieder zurückholen, was ihnen mal genommen wurde.

Weiter durch die Stadt, welche durch ihre vorteilhafte Position in der Ostsee im 13. Jhd. als Hansestadt aufblühte, geht es zur einzig noch intakten mittelalterlichen Kirche Domkyrkan St. Maria. Als ehemalige Kirche deutscher Kaufleute besticht sie durch ihre beeindruckenden Holzturmspitzen auf jedem der 3 Türme. Auf der einen Seite wird sie zwar gerade renoviert, aber von innen und von der anderen Seite kann man sie sehr schön betrachten. Innen wurde auch ein Steinschiff aufgebaut, was hier wohl doch irgendwie Trend ist, in welchem man hier seine Sorgen und Ängste notiert und beerdigt bzw. fortschickt.



Auf dem Weg durch die Straßen Visbys begegnet man vielen steinernen Steinböcken, welche das Wappentier der Stadt verkörpern und auch auf den Flaggen wiederzufinden sind.

Auch stechen überall zwischen den Dächern die Ruinenspitzen heraus, welche von den anderen mittelalterlichen Kirchen stammen.

St. Clemens:

 

An den Wänden der Ruinen haben sich über die Jahre Blumen- und Efeunester gebildet, was auch die Wände begrünt und gerade jetzt mit gelben Stellen schmückt.

St. Nicolaus:

St. Helge And (Heilig Geist):

Weiter geht’s durch den botanischen Garten, Botaniska trädgarden.


Der im 19. Jhd. Errichtete Garten verfügt über einen gut gefüllten Kräutergarten, in welchem auch die lilanen Flecken z.B. des Graslandes auf Öland zu finden sind. Durch den Hinweis eines anderen Touristen gestern, wurde uns bewusst, dass wir auf wildem Thymian herumlaufen. Dieser sitzt hier aber ganz kultiviert neben der Schokoladenminze.

Eine schöne Pagode, wohlriechende Rosen, wie in ganz Visby, sowie auch eine weitere Kirchenruine schmücken den Garten.

An letztgenannter wäre ich beinahe vorbei gelaufen, da St. Olof wohl die grünste von allen ist.

An einem kleinen Brunnen vorbei…

…geht es über den Yachthafen…

…zum Almedalen.

Hier finde ich auch die Raben mit grauem Mantel wieder, welche Franziska nach wohl doch Dohlen sind.

Im ‚Konstmuseum‘ schau ich mich derweil auch noch einmal kurz um. Die aktuelle temporäre Ausstellung befasst sich mit dem Meer und des Menschen Verhältnis und Beziehung dazu. Neben vielen Videobeiträgen finden sich auch Photographien und Grafiken. Wie fast zu erwarten, wird das Leben mit, um und im Wasser als notwendig, ausgleichend und etwas melancholisch dargestellt…

…aber auch die gebastelten Tonbären sind toll. :)

Hunger. Und ich genehmige mir heute mal ein ‚Biff‘ (Beef, Rindfleich) medium auf Wurzelgemüse und Kartoffelstücken. Das ganze spüle ich mit einem sehr wohlschmeckenden und auch das Reinheitsgebot einhaltenden Klosteröl herunter.


Frisch gestärkt höre ich mir in der Mitte von Visby noch eine Hafenkapelle an und mach mich auf die Suche nach weiteren Ruinen.

Überall wird emsig gehandwerkelt, Bühnen und Zelte aufgebaut. Überall wo Platz ist, zwischen Ruinen und in Parks. Der Schwede aus Göteborg neben mir meinte gerade, dass diese aber nicht der Turniervorbereitung dienen, sondern für die Politikwoche ab Sonntag bestimmt sind. An jener soll jede Partei vertreten sein und Reden halten und so weiter.

Interessanter fand ich fast, dass es hier eine neue Form der Arbeitshose zu geben scheint. Manche Handwerker haben eine Art Arbeitskilt an.


Und gleich nebenan stehen auch noch St. Per und St. Hans.


Weiter durch die Altstadt komm ich an schönen Mauerstücken, Türmen und Toren vorbei und immer wieder scheint idyllisch zwischen den Häusern das Meer durch.





Am Hafen wurde aus dem ehemaligen Gefängnis kurzerhand eine Jugendherberge gemacht.

Weiter entlang der Stadtmauer verirre ich mich noch kurz in das schließende Kriminalmuseum, welches mich die letzten 10 Minuten aber nichts mehr kostet.

Nach einer kurzen Kaffeepause wandere ich auf dem Grünstreifen außen um die Stadtmauer und begegne dabei einigen Kaninchen.




Am nördlichsten Eck der Stadtmauer ist ein Turm ausgebaut, welchen man besteigen kann. Dies natürlich nur zum ‚egen risk‘.





Nochmal kurz am Aussichtspunkt oberhalb der Domkyrkan über die Stadt geblickt und es geht wieder zurück zum Campingplatz.


Nach dem gemeinsamen Abendessen geht es noch auf den Piratenminigolfplatz… Linus gewinnt. Und ich habe wohl genauso viel Glück wie beim Kniffeln.


Und so schreib ich noch kurz zusammen, was die letzten zwei Tage passiert war und freu mich schon auf morgen, wenn wir vielleicht meinen Geburtstag mal in einer Tropfsteinhöhle verbringen…



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