Juhu… erster Tag
mit 28. Und heute fühle ich mich vergleichsweise jung im Gegensatz zu anderen
Morgen nach meinen letzten paar Geburtstagen. Das mag zwar andere Gründe haben
als die 28, aber naja. Vielleicht liegt es auch an der guten Luft auf Gotland
und dem konservierenden ‚rokt fisk‘ von gestern Abend.
Heute Nacht ist
mir aufgefallen, dass es unbewölkterweise um 23 Uhr etwas dunkel wird ohne
Sonne, aber bei weitem nicht so, dass man nichts mehr sieht. Eher so Abendrot
auf der einen und Morgenrot auf der anderen Seite, meinte Franziska. Und ab 2
Uhr wird es schon wieder heller. Also richtig Nacht wird es hier schon nicht
mehr. Und wir werden nochmal circa 150 km mehr in den Norden reisen, wenn es
nach Stockholm geht.
Heute geht es
aber noch etwas durch den Norden der Perle der Ostsee. Und der erste Stopp nach
Lickershamn war bei Hangers kalla. Das ist ein Stein in einem kleinen Biotop
mit etwas Teich und Bach nebendran und mehr konnten wir nicht herausfinden…
weil schwedische Ortsbeschreibung. Und nur schwedisch.
Deswegen gings
gleich weiter zu einer nicht in unseren und den Touristenkarten verzeichneten
Kirchenruine mitten im Wald. Diese war bebankt und ich habe es mir nicht nehmen
lassen einmal an der outgesouceten Glocke zu läuten.
Die nächste
-diesmal ganze- Kirche, welche wir auf unserem Weg passieren ist die Kyrka in
Läbro. In dieser sehr großen mittelalterlichen Kirche, ist im Kirchenschiff
kurz vor dem Altar ein Segelschiff aufgehängt. Auch ein interessanter
Kirchenschmuck.
Und auf unserer
privaten Hop-on Hop-off Tour geht es als nächstes zur Rute Kyrka. Auch diese,
wie auch alle anderen Kirchen hier ist nach demselben mittelalterlichen Stile
erbaut, alle hatten aber dennoch unterschiedliche Baumeister. Um die Kirchen
herum ist jedes Mal der Friedhof als Wiese mit Grabsteinen und vielen
Gänseblümchen angelegt.
Der nächste Stopp
ist Bunge. Auch mit einer Kirche. Das Messner Haus daneben ist aber etwas
zerfallen… und auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich auch noch
ein großes und altes (von 1917) Freilandmuseum.
Diesem ziehen wir
aber den Strand in Farösund vor.
Und den
Supermarkt. Hier gibt es extra Gotlandsknäcke und wie auch in jedem anderen
Vollsortimenter eine extra Garnelentruhe.
Ausgerüstet mit
Erdbeerbier und Joghurt-Tetra-packs sollte es eigentlich zum Fardume slott
gehen. Aber… nach einem viel zu engen Feldweg wird man nur mit einem See ohne
Slott belohnt. Dabei dachten wir eigentlich, dass Slott Schloss heißt. Aber
naja…
Nun an der
Ostküste passieren wir kleine rote Fischerhütten und auch einige
Fischräuchereien, aber von geräuchertem Fisch haben wir noch genug. Auf dem Weg
zum Campingplatz nach Slite kommen wir auch noch an ein paar Kalksteinsäulen
vorbei sowie einem ruinierten Turm in einer Felsenwand.
Und auf dem
Campingplatz angekommen gibt es endlich die ‚GuteBollen‘ aus dem Supermarkt…
Und da der
Fischer, welcher einen auf die Insel mit der Burg bringen würde heute keine
Lust und Zeit mehr hat, bleibt uns aber dennoch der Ausblick auf ihre zwei
Türme. Welcher natürlich auch nicht zu verachten ist.
Zusammengefasst
ist Gotland eine sehenswerte und sehr schöne Insel, welche mit 800 km
Küstenlinie 15 m Strand für jeden einzelnen Einwohner zur Verfügung stellt. Und
mit 92 Kirchen hat auch fast jeder Insulaner seine eigene mittelalterliche
Kirche, wobei jede fast etwas anders aussieht wie die anderen… auf jeden Fall
hat aber jeder Inselbewohner mindestens ein Rauka (Kalksteinsäule). Diese
scheinen aber weit interessanter für Touristen als für Einheimische, da unser
Campingplatzrezeptionist auf die Frage nach der Sehenswürdigkeit des
nächstgelegenen Raukas mit ‚Well, it’s a stone.‘ antwortet.
Und so warte ich heute am Strand auf einer Schaukel
mit Blick zur Festungsinsel bis die Sonne hinter den Bäumen verschwindet und
mir nicht mehr den Rücken wärmt… aber mal so, Schaukeln am Strand, das hat
schon was.
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