Montag, 29. Juni 2015

2015-06-28 Sonntag

Juhu… erster Tag mit 28. Und heute fühle ich mich vergleichsweise jung im Gegensatz zu anderen Morgen nach meinen letzten paar Geburtstagen. Das mag zwar andere Gründe haben als die 28, aber naja. Vielleicht liegt es auch an der guten Luft auf Gotland und dem konservierenden ‚rokt fisk‘ von gestern Abend.
Heute Nacht ist mir aufgefallen, dass es unbewölkterweise um 23 Uhr etwas dunkel wird ohne Sonne, aber bei weitem nicht so, dass man nichts mehr sieht. Eher so Abendrot auf der einen und Morgenrot auf der anderen Seite, meinte Franziska. Und ab 2 Uhr wird es schon wieder heller. Also richtig Nacht wird es hier schon nicht mehr. Und wir werden nochmal circa 150 km mehr in den Norden reisen, wenn es nach Stockholm geht.
Heute geht es aber noch etwas durch den Norden der Perle der Ostsee. Und der erste Stopp nach Lickershamn war bei Hangers kalla. Das ist ein Stein in einem kleinen Biotop mit etwas Teich und Bach nebendran und mehr konnten wir nicht herausfinden… weil schwedische Ortsbeschreibung. Und nur schwedisch.

Deswegen gings gleich weiter zu einer nicht in unseren und den Touristenkarten verzeichneten Kirchenruine mitten im Wald. Diese war bebankt und ich habe es mir nicht nehmen lassen einmal an der outgesouceten Glocke zu läuten.





Die nächste -diesmal ganze- Kirche, welche wir auf unserem Weg passieren ist die Kyrka in Läbro. In dieser sehr großen mittelalterlichen Kirche, ist im Kirchenschiff kurz vor dem Altar ein Segelschiff aufgehängt. Auch ein interessanter Kirchenschmuck.


Und auf unserer privaten Hop-on Hop-off Tour geht es als nächstes zur Rute Kyrka. Auch diese, wie auch alle anderen Kirchen hier ist nach demselben mittelalterlichen Stile erbaut, alle hatten aber dennoch unterschiedliche Baumeister. Um die Kirchen herum ist jedes Mal der Friedhof als Wiese mit Grabsteinen und vielen Gänseblümchen angelegt.



Der nächste Stopp ist Bunge. Auch mit einer Kirche. Das Messner Haus daneben ist aber etwas zerfallen… und auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich auch noch ein großes und altes (von 1917) Freilandmuseum.



Diesem ziehen wir aber den Strand in Farösund vor.

Und den Supermarkt. Hier gibt es extra Gotlandsknäcke und wie auch in jedem anderen Vollsortimenter eine extra Garnelentruhe.


Ausgerüstet mit Erdbeerbier und Joghurt-Tetra-packs sollte es eigentlich zum Fardume slott gehen. Aber… nach einem viel zu engen Feldweg wird man nur mit einem See ohne Slott belohnt. Dabei dachten wir eigentlich, dass Slott Schloss heißt. Aber naja…


Nun an der Ostküste passieren wir kleine rote Fischerhütten und auch einige Fischräuchereien, aber von geräuchertem Fisch haben wir noch genug. Auf dem Weg zum Campingplatz nach Slite kommen wir auch noch an ein paar Kalksteinsäulen vorbei sowie einem ruinierten Turm in einer Felsenwand.


Und auf dem Campingplatz angekommen gibt es endlich die ‚GuteBollen‘ aus dem Supermarkt…

Und da der Fischer, welcher einen auf die Insel mit der Burg bringen würde heute keine Lust und Zeit mehr hat, bleibt uns aber dennoch der Ausblick auf ihre zwei Türme. Welcher natürlich auch nicht zu verachten ist.




Zusammengefasst ist Gotland eine sehenswerte und sehr schöne Insel, welche mit 800 km Küstenlinie 15 m Strand für jeden einzelnen Einwohner zur Verfügung stellt. Und mit 92 Kirchen hat auch fast jeder Insulaner seine eigene mittelalterliche Kirche, wobei jede fast etwas anders aussieht wie die anderen… auf jeden Fall hat aber jeder Inselbewohner mindestens ein Rauka (Kalksteinsäule). Diese scheinen aber weit interessanter für Touristen als für Einheimische, da unser Campingplatzrezeptionist auf die Frage nach der Sehenswürdigkeit des nächstgelegenen Raukas mit ‚Well, it’s a stone.‘ antwortet.


Und so warte ich heute am Strand auf einer Schaukel mit Blick zur Festungsinsel bis die Sonne hinter den Bäumen verschwindet und mir nicht mehr den Rücken wärmt… aber mal so, Schaukeln am Strand, das hat schon was.

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