Donnerstag, 2. Juli 2015

2015-06-30 Dienstag

Der zweite Tag in Stockholm beginnt mit einem schnellen Kaffee und auf dem Weg zum überirdischen Tunnelbanan-Bahnhof Ängbyplan. Im Internet steht was von 90 von 100 Stationen, welche künstlerisch wertvoll verziert sind… aber… so wirklich stimmt das wohl nicht. Auch die Dame in der Touristeninformation hat mir nur 10 Stationen auf meinem Plan angekreuzt, wovon man viele hintereinander in der blauen Linie findet (gibt auch noch eine grüne und rote Linie).
Dementsprechend künstlerisch beginnt auch mein Tag. Manche Stationen glänzen mit bunten Fließen, welche jetzt nicht so meinen Geschmack treffen und viel mehr wie eine Ost-Tapete wirken, aber bei näherer Betrachtung fällt einem dabei auf, dass die bunten Muster Frauenbilder sind.



In anderen Stationen findet man Tunnelgewölbe die wie Höhlen aussehen, oder verschiedenfarbige Muster tragen. Auch Skulpturen sind teilweise in die Wände eingebaut, usw.. Hat was auf jeden Fall… aber ich hatte mir erhofft, dass fast alle Stationen so aussehen. Vielleicht wird das ja noch.








Kunstvoll geht es auch gleich weiter… genug Tunnelbanan gefahren und weiter über eine Brücke zu einer anderen Insel von Stockholm, Skeppsholmen. Auch hier findet man ein paar der über 90 Museen von Stockholm.

Und von Weitem erkennt man auch schon, wo es mich hinverschlagen hat. Ich geh erst einmal ins Moderna Muset, ins Museum der modernen Künste.

Und mit moderner Kunst fängt es schon bei den Toiletten an: Eine Bildschirm zeigt hier Kameraaufnahmen, die scheinbar die Toiletten filmen.

Innen sieht man aber, dass die Kameras nur auf Miniaturnachbauten der Toiletten gerichtet sind. Ich kam gar nicht in die Verlegenheit darauf hereinzufallen, nicht weil ich sooo kluk bin, sondern weil mir der Bildschirm am Eingang erst beim Verlassen der Toiletten aufgefallen war.^^ Trotzdem eine lustige Idee.

Die temporäre Ausstellung zeigt zum Thema aktueller Konflikte viele Ausstellungsstücke. Eine schöne Darstellung ist der eurasien- und afrikaförmige Tisch, an welchem verschiedenste Stehen, die aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen stammen. Treffend finde ich auch, dass dieser Tisch aus Glas ist, an welchem jeder zum Platznehmen eingeladen wird.

Im Filmseparee werden über zwei Diaprojektoren Bilder von afrikanischen Masken gezeigt und gleichzeitig passende Entstellungen und schlimme Gesichtsverletzungen aus dem ersten Weltkrieg zeigen. Dies war nebenbei bemerkt auch die Geburtsstunde der plastischen Chirurgie… habe ich mal irgendwo gehört. Bilder davon erspare ich dem Blog aber lieber.
Ansonsten sind noch weitere schöne plastische Darstellungen zu finden, welche auch teilweise etwas zum Nachdenken anregen, andere aber nur lustig oder schön zu betrachten sind. Die folgenden Bilder sind hier Teil der Dauerausstellung und 30 bis 40 % kann man sich schon davon ansehen, was finde ich schon sehr guter Durchschnitt für ein modernes Museum ist.







Aber Kunst ist ja Geschmackssache und Ästhetik und Geschmack sind subjektiv. Auch hat Kunst ja nicht die Aufgabe jedem zu gefallen. Weiter und im selben Gebäude befindet sich auch das Museum für Design und Architektur. Dort kann man eine große Modellausstellung der schwedischen Architektur über die Jahrhunderte finden…

…und die Wechselaussellung befasst sich mit Urban Farming. Da liege ich wohl seit einigen Jahren schon voll im Trend mit meinem Balkon. An dieser Stelle freundliche Grüße an den Herrn Dr. Michalak, der meine Blumen gießt und Erdbeeren isst.
Thematisiert werden aber Farmen in Großstädten und Hochhäusern sowie auch Bienen mitten in der Stadt.


Die Museen verlassen auf dem Weg zur nächsten Insel Kastellholmen, treffe ich die Marschkappelle und Soldaten, die um 12 Uhr ihre Kollegen um den Königspalast herum auf der Gamla Stan ablösen.


Auf der Kastellholmen findet man einen kleinen Leuchtturm und schöne  zwei drei schöne Ziegelsteingebäude, welche sicher auch zur Marine oder zum Hafen gehören.


Der Rückweg über die Kunstinsel führt mich an ein paar zahmen Wildgänsen mit Nachwuchs vorbei und beschert mir zudem einen tollen Ausblick auf die Schloss- und Altstadtinsel, wo gerade die kleine Parade zum Wachwechsel antrommelt.



Weiter durch die schönen Straßen des Festlandes von Stockholm und zum verabredeten Mittagessen mit der Franziska und Familie. Ein 300 m langer Tunnel, der mitten in der Stadt mir als Fußgänger als Abkürzung erscheint, bringt mich irgendwo hin… aber interessant.



Nach dem Mittagessen steht das Stadthuset, also das Rathaus auf dem Plan. Mit seinem großen roten Turm bitet es eine tolle Möglichkeit die modernen und alten Teile von Stockholm zu überblicken. Zu dessen Fuß liegt das Grabmal des Stadtgründers.


Durch den Innenhof zur letzten Turmführung und 354 Stufen durch das Turminnere nachoben.




An Büsten und einer großen Statue vorbei sowie durch viele enge Gänge im Kreis kommen wir endlich nach oben. Dort können wir rechterhand auf die Altstadt blicken…

…und links den modernen Teil der Stockholmer Innenstadt betrachten mit dem Bahnhof.

In diesem Teil Stockholms wurde in den Fünfziger und Sechziger Jahren aufgeräumt. Über zwei Drittel der Wohnhäuser wurden abgerissen und die Stadt neu strukturiert und übersichtlicher gemacht. Das Abreisen der Altstädte blieb den Deutschen dieser Zeit erspart.
In die Gegenrichtung kann man den Fluss oder Meerverlauf verfolgen.

Nach einem weiteren der diesen Urlaub schon unzähligen Eise im unglaublich schönen und sonnigem Sommer geht es mal wieder über eine Brücke und wir passieren die Kollegien Kyrka auf der Gamla Stan.

Wieder durch die schönen Fress- und Souvenirgassen kommen wir an einer Dame vorbei, die ihren Eiswaffelrolljob mit Begeisterung lebt. Hier werden die Waffeln noch selbst gemacht. Schweden zählt nicht ohne Grund zu den Eisverzehr-führenden Nationen Europas.

St. Georg, der immer noch mit einem Drachen kämpft begegnen wir auch, sowie wir in Souvenirläden Wikingerzubehör und Buttermesser (Smörkniv), die nur zum Butterschmieren verwendet werden, finden.


Was uns auch schon zum Essen bringt.^^

Zu erwähnen bleibt noch, dass das Bier zum Rinderstück mit Kartoffelbrei unglaublich teuer ist. Sowas darf man eigentlich nicht umrechnen, weil sonst der Geldbeutel zu Weinen beginnt. Ein Bier zwischen 0,3 und 0,5 l kann schon zwischen 5 und 7 Euro kosten. Möchte man jetzt ein Paulaner Weißbier, dann ist man für 0,5 l bei 11 Euro. Da sind dann Oktoberfestpreise wohl ein Schnäppchen dagegen.


Morgen geht es gegen Abend wieder in den Süden, Richtung Astrid Lindgrenland in Vimmerby. Hoffentlich verfahren wir uns nicht und kommen ausversehen Richtung Norden nach Uppsala ab… :)

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