Der zweite Tag in Stockholm beginnt mit einem schnellen Kaffee und auf dem
Weg zum überirdischen Tunnelbanan-Bahnhof Ängbyplan. Im Internet steht was von
90 von 100 Stationen, welche künstlerisch wertvoll verziert sind… aber… so
wirklich stimmt das wohl nicht. Auch die Dame in der Touristeninformation hat
mir nur 10 Stationen auf meinem Plan angekreuzt, wovon man viele hintereinander
in der blauen Linie findet (gibt auch noch eine grüne und rote Linie).
Dementsprechend künstlerisch beginnt auch mein Tag. Manche Stationen
glänzen mit bunten Fließen, welche jetzt nicht so meinen Geschmack treffen und
viel mehr wie eine Ost-Tapete wirken, aber bei näherer Betrachtung fällt einem
dabei auf, dass die bunten Muster Frauenbilder sind.
In anderen Stationen findet man Tunnelgewölbe die wie Höhlen aussehen, oder
verschiedenfarbige Muster tragen. Auch Skulpturen sind teilweise in die Wände
eingebaut, usw.. Hat was auf jeden Fall… aber ich hatte mir erhofft, dass fast
alle Stationen so aussehen. Vielleicht wird das ja noch.
Kunstvoll geht es auch gleich weiter… genug Tunnelbanan gefahren und weiter
über eine Brücke zu einer anderen Insel von Stockholm, Skeppsholmen. Auch hier
findet man ein paar der über 90 Museen von Stockholm.
Und von Weitem erkennt man auch schon, wo es mich hinverschlagen hat.
Ich geh erst einmal ins Moderna Muset, ins Museum der modernen Künste.
Und mit moderner Kunst fängt es schon bei den Toiletten an: Eine Bildschirm
zeigt hier Kameraaufnahmen, die scheinbar die Toiletten filmen.
Innen sieht man aber, dass die Kameras nur auf Miniaturnachbauten der
Toiletten gerichtet sind. Ich kam gar nicht in die Verlegenheit darauf
hereinzufallen, nicht weil ich sooo kluk bin, sondern weil mir der Bildschirm
am Eingang erst beim Verlassen der Toiletten aufgefallen war.^^ Trotzdem eine
lustige Idee.
Die temporäre Ausstellung zeigt zum Thema aktueller Konflikte viele
Ausstellungsstücke. Eine schöne Darstellung ist der eurasien- und afrikaförmige
Tisch, an welchem verschiedenste Stehen, die aus den unterschiedlichsten
Kulturkreisen stammen. Treffend finde ich auch, dass dieser Tisch aus Glas ist,
an welchem jeder zum Platznehmen eingeladen wird.
Im Filmseparee werden über zwei Diaprojektoren Bilder von afrikanischen
Masken gezeigt und gleichzeitig passende Entstellungen und schlimme Gesichtsverletzungen
aus dem ersten Weltkrieg zeigen. Dies war nebenbei bemerkt auch die
Geburtsstunde der plastischen Chirurgie… habe ich mal irgendwo gehört. Bilder
davon erspare ich dem Blog aber lieber.
Ansonsten sind noch weitere schöne plastische Darstellungen zu finden,
welche auch teilweise etwas zum Nachdenken anregen, andere aber nur lustig oder
schön zu betrachten sind. Die folgenden Bilder sind hier Teil der
Dauerausstellung und 30 bis 40 % kann man sich schon davon ansehen, was finde
ich schon sehr guter Durchschnitt für ein modernes Museum ist.
Aber Kunst ist ja Geschmackssache und Ästhetik und Geschmack sind
subjektiv. Auch hat Kunst ja nicht die Aufgabe jedem zu gefallen. Weiter und im
selben Gebäude befindet sich auch das Museum für Design und Architektur. Dort
kann man eine große Modellausstellung der schwedischen Architektur über die
Jahrhunderte finden…
…und die Wechselaussellung befasst sich mit Urban Farming. Da liege ich
wohl seit einigen Jahren schon voll im Trend mit meinem Balkon. An dieser
Stelle freundliche Grüße an den Herrn Dr. Michalak, der meine Blumen gießt und
Erdbeeren isst.
Thematisiert werden aber Farmen in Großstädten und Hochhäusern sowie auch
Bienen mitten in der Stadt.
Die Museen verlassen auf dem Weg zur nächsten Insel Kastellholmen, treffe
ich die Marschkappelle und Soldaten, die um 12 Uhr ihre Kollegen um den
Königspalast herum auf der Gamla Stan ablösen.
Auf der Kastellholmen findet man einen kleinen Leuchtturm und schöne zwei drei schöne Ziegelsteingebäude, welche sicher auch zur Marine oder zum Hafen gehören.
Auf der Kastellholmen findet man einen kleinen Leuchtturm und schöne zwei drei schöne Ziegelsteingebäude, welche sicher auch zur Marine oder zum Hafen gehören.
Der Rückweg über die Kunstinsel führt mich an ein paar zahmen Wildgänsen
mit Nachwuchs vorbei und beschert mir zudem einen tollen Ausblick auf die
Schloss- und Altstadtinsel, wo gerade die kleine Parade zum Wachwechsel
antrommelt.
Weiter durch die schönen Straßen des Festlandes von Stockholm und zum
verabredeten Mittagessen mit der Franziska und Familie. Ein 300 m langer
Tunnel, der mitten in der Stadt mir als Fußgänger als Abkürzung erscheint,
bringt mich irgendwo hin… aber interessant.
Nach dem Mittagessen steht das Stadthuset, also das Rathaus auf dem Plan.
Mit seinem großen roten Turm bitet es eine tolle Möglichkeit die modernen und
alten Teile von Stockholm zu überblicken. Zu dessen Fuß liegt das Grabmal des
Stadtgründers.
Durch den Innenhof zur letzten Turmführung und 354 Stufen durch das
Turminnere nachoben.
An Büsten und einer großen Statue vorbei sowie durch viele enge Gänge im Kreis kommen wir endlich nach oben. Dort können wir rechterhand auf die Altstadt blicken…
An Büsten und einer großen Statue vorbei sowie durch viele enge Gänge im Kreis kommen wir endlich nach oben. Dort können wir rechterhand auf die Altstadt blicken…
…und links den modernen Teil der Stockholmer Innenstadt betrachten mit dem
Bahnhof.
In diesem Teil Stockholms wurde in den Fünfziger und Sechziger Jahren aufgeräumt. Über zwei Drittel der Wohnhäuser wurden abgerissen und die Stadt neu strukturiert und übersichtlicher gemacht. Das Abreisen der Altstädte blieb den Deutschen dieser Zeit erspart.
In diesem Teil Stockholms wurde in den Fünfziger und Sechziger Jahren aufgeräumt. Über zwei Drittel der Wohnhäuser wurden abgerissen und die Stadt neu strukturiert und übersichtlicher gemacht. Das Abreisen der Altstädte blieb den Deutschen dieser Zeit erspart.
Nach einem weiteren der diesen Urlaub schon unzähligen Eise im unglaublich
schönen und sonnigem Sommer geht es mal wieder über eine Brücke und wir
passieren die Kollegien Kyrka auf der Gamla Stan.
Wieder durch die schönen Fress- und Souvenirgassen kommen wir an einer Dame
vorbei, die ihren Eiswaffelrolljob mit Begeisterung lebt. Hier werden die
Waffeln noch selbst gemacht. Schweden zählt nicht ohne Grund zu den
Eisverzehr-führenden Nationen Europas.
St. Georg, der immer noch mit einem Drachen kämpft begegnen wir auch, sowie
wir in Souvenirläden Wikingerzubehör und Buttermesser (Smörkniv), die nur zum
Butterschmieren verwendet werden, finden.
Zu erwähnen bleibt noch, dass das Bier zum Rinderstück mit Kartoffelbrei
unglaublich teuer ist. Sowas darf man eigentlich nicht umrechnen, weil sonst
der Geldbeutel zu Weinen beginnt. Ein Bier zwischen 0,3 und 0,5 l kann schon
zwischen 5 und 7 Euro kosten. Möchte man jetzt ein Paulaner Weißbier, dann ist
man für 0,5 l bei 11 Euro. Da sind dann Oktoberfestpreise wohl ein Schnäppchen
dagegen.
Morgen geht es gegen Abend wieder in den Süden, Richtung Astrid
Lindgrenland in Vimmerby. Hoffentlich verfahren wir uns nicht und kommen
ausversehen Richtung Norden nach Uppsala ab… :)
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