Donnerstag, 2. Juli 2015

2015-07-01 Mittwoch

Heute erzähle ich euch die Geschichte von Thor, dem Donnergott, einem großen Schiff, dass nach 30 Minuten keine Lust mehr hatte, vielen alten Häusern und einem unglaublich süßem und zutraulichem Eichhörnchen.
Aber angefangen hat der Tag erst mit einem kurzen Besuch beim See neben dem Campingplatz, in welchen sich auch eine Rutsche zwischen den Bäumen hindurch hineinschlängelt. Tolle Idee. Und überall kann man Baden, muss man aber nicht, und die schöne Natur betrachten…


Als erstes habe ich unser letztes Crewmitglied Juliane vom Bahnhof abgeholt. Glücklicherweise haben die am Flughafen ihr Gepäck verschlampt, sonst hätte ich aus Anstand noch was tragen müssen. Durch den Kunstdschungel der Tunnelbanan Stationen, eine mit dem Thema der Elemente und eine andere mit Höhlenmalereien, fahren wir so weit wie möglich Richtung Djurgarden.







In Karlaplan steigen wir aus und kommen noch an einer schönen Kirche vorbei. In der Oskar Kirche sieht man die Kinderfreundlichkeit sehr gut daran, dass nochmal eine Spielecke mit extra Kirche eingerichtet wurde. Diese hat sogar eine Glocke. Auch in anderen Kirchen waren schon Mal- und Spielräume direkt im Kirchenschiff.



Weiter über die Brücke zu einer weiteren Museumsinsel passieren wir 4 Götterfiguren, die die Brücke zieren. Einen kennen wir alle, da sein Name für unseren Donnerstag herhalten musste, nämlich Thor der Donnergott mit seinem Hammer. Juliane und ich fragen uns, warum wir eigentlich in der Schule nichts über die germanischen Götter gelernt haben, da diese doch auch wichtig für unsere Geschichte sind. Nebenbei bemerkt ist der Donnerstag in den lateinischen Sprachen nach dem römischen Gott Jupiter benannt. Solche Dinge wären doch auch mal interessant für einen Religions- oder Religionsgeschichtsunterricht.

Direkt hinter der Brücke zeugt das blaue Tor noch von den ehemaligen Jagdgründen der Könige, welche auf dieser Insel eingezäunt waren.

Und da der Rest noch fehlt, um in das Wasamuseeum zu gehen, schauen wir noch kurz bei Junibacken vorbei, wo alle schwedischen Zeichentrickfiguren zu finden sind. Die Mumins sind wohl schwedisch und Astrid Lindgren sieht so aus, als würde sie auch schon etwas länger hier sitzen.


Zudem sehen in Schweden die Bananenbäume wohl etwas anders aus.

Aus dem Wasamuseum ragen durchs Dach die 3 Masten hindurch... 

...und innen kann man das 1961 nach 333 Jahren geborgene Schiff mit circa 95 Gewichtsprozenten seiner ursprünglichen Teile bestaunen. Das Holz war weitestgehend konserviert worden, nur die Takelage, die Eisenteile und ein paar Holzteile mussten ausgetauscht werden. Ein kleines Wäschen ist auch zu betrachten, welches die Wasa, welche nach dem damaligen Königshaus benannt ist, in seinem ursprünglichen Zustand zeigt.



Bei der Jungfernfahrt war der Stolz der schwedischen Flotte nach 30 Minuten Fahrt gekippt, mit Wasser vollgelaufen und im Hafenbecken gesunken. 30 bis 40 Menschen kamen dabei ums Leben und der verantwortliche Baumeister war ein Jahr zuvor gestorben und so konnte niemand für diese Peinlichkeit zur Rechenschaft gezogen werden.

Eigentlich sollte das mit vornehmlich polnischer Eiche (weil günstig) gefertigte Prunkschiff im Krieg gegen Polen eingesetzt werden. Hat wohl nicht funktioniert, der Schwerpunkt war zu hoch. Das zweite Kanonendeck mit den 1600 kg schweren Kanonen, wovon insgesamt 64 an Bord waren, war wohl der stabilen Fahrt zum Verhängnis geworden. Ein ein Meter breiteres Schwesterschiff war 30 Jahre gefahren, da man hier das Gewicht besser verteilte und somit den Schwerpunkt nach unten schieben konnte.

Heute gab es mal kein Eis. Aber ein Preis von 3,5 € für die erste Kugel wäre wohl ab dieser Größe gerechtfertigt.

Das Nordische Museum wohnt in einem prächtigen Gebäude, 

...aber unser zweites Ziel für heute ist Skansen. Dies ist das weltweit erste Freilandmuseum, dass Ende des 19. Jahrhunderts eröffnet wurde. Dort kann man die verschiedenen Häuser und Bauernhöfe über die letzten Jahrhunderte betrachten, sowie man auch etwas über das Alltagsleben, Handwerk und die Tiere erfährt.





Zuerst haben wir mal beim nordschwedischen Brotbacken zugesehen. Dieses wurde aus Gerste, dem einzigen im Norden zu dieser Zeit verfügbaren Getreide gebacken und 2- bis 3-mal im Jahr gemeinsam hergestellt. Als eine Art Knäckebrot schmeckt es warm und mit frischer Butter sehr lecker.



Neben Elchen, Rentieren, die gerade ihr Sommerfell bekommen, finden wir Robben, Bären und auch kleine Schweinchen und vieles mehr.






Am tollsten ist aber das kleine zutrauliche Eichhörnchen, dass einem Kind die angebotene Traube aus der Hand nimmt und sich auch neben alle auf die Steine setzt.


Unglaublich süß, wie es an seiner Traube nagt, aber bei näherer Betrachtung fällt auf, dass es höchstwahrscheinlich sehr schlecht sieht. Aber hier im Park geht es ihm denke ich gut…
Da die vom Flughafen Julianes Gepäck nachsenden möchten, wenn sie es finden, können wir weiter Richtung Vimmerby. Auf halber Strecke checken wir aber in einen Campingplatz ein, weil diese um 22 Uhr schließen. Hier, sowie überall in Schweden in Wiesen, Wäldern und Bergen, gibt es Trolle, Feen und andere Fabelwesen. Was diese da machen oder warum die da sind, kann die Rezeptionistin mir nicht beantworten. Die sind halt da. Und so lauf ich nochmal zur Meeresbucht durch den Trollwald ohne von den Mücken gefressen zu werden und seh mir um 23 Uhr fast sonnenaufgangshell den Vollmond an.

Wiedermal genug für heute… und morgen geht es nicht zum Astrid Lindgren Land, sondern erst einmal zu einer Zuckerbäckerstadt. Auch gut…^^


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen